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Maik Weinhold
Über meinen Vater, der seinerseits als Kind immer mal wieder "Schwarzangeln" gewesen ist, bin ich selbst mit 5 Jahren zum Angeln gekommen.
Heute noch berichtet mein Vater gerne von seinen damaligen Erlebnissen. Er ist im Bereich Geldern-Kapellen aufgewachsen, also auch am Niederrhein. Damals waren die Mittel sehr überschaubar.
Für meine Generation nicht mehr vorstellbar: Er hat aus Stahlnägeln oder anderen metallischen Drähten selber seine Haken gebogen. Diese hat er dann zusammen mit irgendeinem vorhandenen Stück Schnur an einem Haselnusszweig gebunden.
Die Köder waren: eine vom Mittagessen aufgesparte Kartoffel, ein Stück Brot oder ein Wurm. Damit hat er in der Gelderner Fleuth bzw. in den mit dieser verbundenen Torfkuhlen geangelt. Er fing Karauschen und Rotaugen. Hechte mit Blinker, wenn er gerade mal einen gefunden hatte!
Jedenfalls entschloss sich mein Vater, als ich fünf Jahre alt war, die Fischereiprüfung zusammen mit meiner Mutter abzulegen und sein früheres Hobby mal wieder aktiv zu betreiben.
Wir sind dann fünf Jahre lang fast jedes Wochenende im Sommer zum Poelvensee gefahren. Um 03.00Uhr ging's von zu Hause los, damit wir mit den ersten Lichtstrahlen am Wasser waren. Als Kind waren dies unbeschreibliche Naturerlebnisse. Während meine Eltern geangelt haben, habe ich mit einem Haselnusszweig, einem Stück Schnur, einem Schwimmer, mit einem Bleikorn unten dran. Mit etwas Teig als "Köder" die Jungfische vor unserem Steg gefüttert!!! Oder ich habe Eichhörnchen oder Mäuse mit Kartoffeln gefüttert. Als Kind war dies immer wieder ein Erlebnis !
Als ich dann meinen Jugendfischereischein beantragen konnte (endlich 10 Jahre alt), haben wir noch ein Jahr lang am Poelvensee gefischt. In dieser Zeit habe ich unzählige kleine Karpfen, Rotaugen, Bresen, Aale usw. gefangen.
Anschließend war ich noch in drei verschiedenen Vereinen. Bisher ist es mir immer gelungen, entweder als Jugendlicher oder Senior, Vereinsmeister im jeweiligen Verein zu werden….!!!
Zwischenzeitlich hatte ich immer mal wieder einen Jahresschein für die Gelderner Fleuth, den Rhein, den Elfrather See.
Zu meinen größten gefangenen Fischen zählen bis heute, zwei Hechte aus der Geldener Fleuth beide um 80 cm und einem Karpfen aus dem Rhein mit 14 kg.
Meiner Frau habe ich 2002 zum Geburtstag einen Gutschein für die Prüfung geschenkt und seit dem geht sie mit Angeln.
Da sie aber vom Ansitzangeln und meinen Wochenlangen "Karpfen- Campings" nicht begeistert ist, haben wir uns überlegt, was wir ändern können, damit sie gleiches Interesse an meinem Hobby entwickelt .
Wir haben uns dann im Internet mal nach dem Fliegenfischen erkundigt und hierbei sind wir über die Seite www.flyfisher-niederrhein.de gestolpert. Daraufhin haben wir im Frühjahr 2007 einen Eintageskurs belegt bei der Fliegenfischerschule-Niederrhein und danach eine Guidingtour gebucht. Außerdem nehmen wir regelmäßig an den Stammtischen teil.
Kurz nach unserem Lehrgang haben wir noch eine Woche Urlaub an der Lippe verbracht und sind in dieser Zeit sehr viel Fliegenfischen gewesen. Zu meinen ersten Erfolgen mit der Fliege zählen ein Döbel und eine Barbe an der Lippe sowie mehrere Zander, mehrere Alande und ein Barsch am Rhein und später ein paar Forellen aus der Lenne.
Hervorzuheben ist die supergeniale Guidingtour mit den Flyfishern, die es uns erst ermöglicht hat, das Fliegenfischen als geniale Alternative zum Ansitzanglen zu entdecken. Ohne diese Tour hätte man das Fliegenfischen vielleicht als "Einmalige Abwechselung" abgetan.
Der besondere Reiz beim Fliegenfischen ist die andere Art die Natur wahrzunehmen, im Wasser zu stehen und wenn man Glück hat, den Fisch tatsächlich vor dem Anbiss bereits zu sehen. Außerdem lieferte mir die Barbe aus der Lippe mit ca. 65 cm einen sehr eindrucksvollen Drill auf der Fliegenrute.
Insektenkunde und vor allen Dingen ein Auge dafür zu entwickeln, wo steht der Fisch und wie er sich möglicherweise verhält, werden für mich mit Sicherheit Fragen für die nahe Zukunft sein.
Für mich war es überraschend, wie viel Fisch ich sehen kann, während ich mit der Wathose im Rhein stehe - soviel habe ich zuvor noch nicht dort gesehen! Insbesondere was Jungbrut anbelangt!